24. April 2020  / Joseph Kuchler

In vielen Branchen geht seit der Corona-Krise nichts mehr. Bänder stehen still, Flugzeuge bleiben am Boden, Geschäfte mussten leider schließen. Es gibt aber auch Bereiche, in denen kann und darf weiter gearbeitet werden. Eine Branche, die sich als erstaunlich widerstandsfähig erweist, ist die Baubranche – dank vieler großartiger Mitarbeiter vor Ort. Und einem konsequenten Handeln im Sinne der Gesellschaft.

ERL ist weiter vor Ort

Zu Beginn der Corona-Krise war vielerorts Stillstand auf den Baustellen befürchtet worden. Durch die Grenzschließung würden die ausländischen Arbeitskräfte fehlen, hieß es, durch die Grenzschließungen Lieferketten abbrechen und notwendiges Material somit die Baustellen nicht mehr erreichen. In der dritten Woche des Shutdowns aber stellt sich nun heraus, dass auf den meisten Baustellen die Arbeit weitergeht.

Drei Viertel aller Unternehmen können ihren Arbeiten weitestgehend normal nachgehen, schätzt der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. Die Bauwirtschaft sei sehr gut geeignet, zu einer Stabilisierung der Volkswirtschaft beizutragen, heißt es vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB).

Hier entsteht aktuell in Grassau eine Pflegeimmobilie mit Alpenpanorama

Zu den Bau-Unternehmen, die der Krise trotzen, gehört auch die ERL Immobiliengruppe. Das Familienunternehmen aus Deggendorf ist Marktführer für Pflegeimmobilien in Süddeutschland. Sieben Bauprojekte verantwortet die Firma zurzeit, drei weitere sollen im kommenden Monat anlaufen. „Die momentane Situation ist auch für uns eine große Herausforderung“, sagt Geschäftsführer Michael Erl. „Dennoch sind wir auf allen Baustellen genau im Zeitplan.“

Alle wichtigen Gewerke im Haus

Die langjährige Firmenstrategie, wichtige Gewerke im Haus zu haben, zahle sich jetzt aus, sagt der Geschäftsführer. „Rohbau, Heizung, Lüftung und Sanitär verantworten wir selbst und haben die Terminlage damit selbst in der Hand.“

Stein auf Stein: Die Baubranche trägt zur Stabilisierung der Volkswirtschaft bei

Ein weiterer Vorteil sei das starke Netz aus langjährigen Partnerfirmen und regionalen Unternehmen, das sich ERL über Jahrzehnte aufgebaut habe. So zum Beispiel bei Elektroinstallationen auf ELAB aus Deggendorf. Darauf könne man sich auch in der Krise verlassen.

Sicherheit geht vor

Auf den Baustellen selbst gilt für die Arbeiter jetzt der Mindestabstand, was, da es sich um weitläufige Bauprojekte handelt, gut umsetzbar ist. Für die bisher gemeinsamen Pausen wurde ein Schichtbetrieb eingeführt. Auch Anreise und Unterbringung hat die Firma modifiziert. „Wir setzen sehr viel mehr Busse für die Mitarbeiter ein“, sagt Michael Erl. „So gewährleisten wir auch hier den Mindestabstand.“

Mit ganzer Kraft im Einsatz auf der ERL-Baustelle

Untergebracht sind die Installateure, Maurer und Kranführer statt im Doppelzimmer nun im Einzelzimmer. „Jeder Mitarbeiter wurde von uns zudem mit Handdesinfektionsmittel versorgt und wir stellen, falls erforderlich, Schutzmasken bereit“, sagt der Geschäftsführer.

Sofort auf die Krise reagiert

Die Firma hat auch intern auf die Herausforderungen der Pandemie schnell reagiert und einen Krisenstab gebildet. Täglich werden in Videokonferenzen die Betriebsabläufe besprochen und entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Auch schnelle Entscheidungen fallen hier: Auf einer Baustelle, berichtet Michael Erl, lagerten derzeit rund 100 Fertigbäder aus Österreich. „Wir haben uns kurzfristig zu dieser Maßnahme entschlossen, weil wir nicht wussten, wie sehr die Pandemie diese Lieferkette beeinträchtigen wird.“

Kein Stillstand auf den ERL-Baustellen

Jetzt seien die Bäder vor Ort – und könnten deshalb auch ohne Verzug eingebaut werden
Auch insgesamt habe man die Versorgungs- und Lieferkette für alle Projekte gesichert. Für jede Baustelle gebe es auch ein Notfall-Szenario, falls etwa eine Partner-Firma ausfiele. „Auf absehbare Zeit ist der Betrieb bei allen Objekten gesichert“, sagt Michael Erl. „Aber natürlich gibt es in Zeiten wie diesen ein Restrisiko, das auch wir trotz all unserer Vorsorgemaßnahmen nicht ausschließen können.“ Stand jetzt sei aber, dass alle Baustellen wie geplant abgeschlossen und neue Projekte wie geplant beginnen könnten.

„Wir stehen zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung“

Michael Erl, Geschäftsführer der ERL Immobiliengruppe

Für das Unternehmen sei dies, betont Michael Erl, nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht wichtig. „Wir stehen auch zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung“, sagt der Geschäftsführer. Schon jetzt fehlten in Deutschland Tausende von Pflegeplätze und Angebote für barrierefreies und betreutes Wohnen.

Ein Baustopp würde bedeuten, dass die Menschen noch länger auf ihre altersgerechte Unterbringung und Versorgung warten müssten. „Diesen Menschen fühlen wir uns verpflichtet“, sagt Michael Erl, „und auch deshalb setzen wir alles daran, jedes unserer Bauprojekte termingerecht abzuschließen.“